Endlich bringt es mal jemand auf den Punkt: Harald Staun schreibt heute in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über die Grabschomanie des ZDF-Moderators Gottschalk:
“It wasn’t that bad, was it?”, hörte man Gottschalk noch fragen, als im März vor zwei Jahren die australische Schauspielerin Cate Blanchett die Sendung überstanden hatte, und die Art, wie sie vorher genervt ihre Augen gerollt hatte, hatte diese Frage schon sehr deutlich beantwortet. “Du hast einen Mund, da geht locker ein Tennisball rein”, hatte ihr Gottschalk zuvor attestiert, und das war wieder einmal eine jener Unverschämtheiten, die durch den Verzögerungseffekt, der durch die Übersetzung auftritt, an Boshaftigkeit noch gewinnen. Das Publikum lacht schon, was den Gast zur irrigen Erwartung eines harmlosen Witzes veranlasst, aber man kann die Worte nicht mehr stoppen, man kann ihnen nur hilflos zuschauen, wie sie ihr Opfer treffen und sich die Hoffnung zerschlägt, ihnen möge die Luft ausgehen auf dem Weg in die fremde Sprache.
zitiert aus: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Erschienen am 25.02.2007. Via: SPIEGEL Online. Grabscher Gottschalk: Der Herrenwitzbold.
Den Artikel kann ich nur empfehlen, der bringt so einiges über Gottschalks Fernseh-Verständnis auf dem Punkt. Eines fehlt vielleicht noch: Gottschalks Gigantomanie und sein eigenes vollkommen überzogenes Selbstverständnis.
Ich persönlich ertrag seine Moderationen, das penetrante Angrabschen seiner weiblichen Gäste und die Niveaulosigkeit all dessen, was seinem Munde entrinnt, schon lange nicht mehr.
Liebes ZDF: es wird Zeit. Zeit, ihn in die Rente zu schicken.
Siehe dazu auch: Stefan Niggemeier. Thomas Gottschalk. Erschienen am 4.02.2007
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