Heute Nachmittag waren wir im Kinofilm “Sunshine“. Ein Science-fiction-Film mit dem Ziel, die Erde vor der erlischenden Sonne zu retten. Passend zur aktuellen Klimakatastrophen-Stimmung.
Ich liebe Science-fiction-Filme, gerne auch die etwas dunkler angehauchten. Aber dieser Film ist absolut unnötig, hätte nicht gedreht werden müssen und verdient meiner Meinung nach noch nichtmal einen Platz auf einer DVD. Warum?
Die erste halbe Stunde zieht sich wie Kaugummi. Man erfährt über die Motivation des Films nur, dass die Crew des Raumschiffs “Ikarus II” auf dem Weg zur Sonne ist, um der mit diversen Atombomben wieder Leben einzuhauchen. Die Erde befindet sich im solaren Winter. Sehen davon tut man aber erst etwas in den letzten 5 Minuten des Films. Auch zu welcher Zeit der Film spielt — kein Thema.
Nach der ersten halben Stunde fällt erst so richtig auf, mit wieviel Leidensdruck, wieviel beschissener Stimmung die Crew unterwegs ist. Klar, es ist kein einfacher Job, und die Chance eines Erfolges mag auch nicht groß sein. Aber wie mag man, im realen Leben, wohl mehrere Wochen mit den immer selben 8 Menschen aushalten ohne ein einziges Mal zu lachen?
Im Gegenteil: hier prügelt man sich lieber. Spannend.
Und so dröpseln weitere Minuten durch den Kinosaal, während derer ich weiter in den Sessel sank und mit der aufkommenden Müdigkeit kämpfte.
Richtig prickelnd wird es, wenn in der letzten halben Stunde zu allem Überfluss auch noch ein Ex-Mensch auftaucht, sonnengegärbt und nackt, vernarbt und irgendwie einer anderen Dimension angehörend, der Captain der vormals gescheiterten “Ikarus”-Mission. Der spricht schon seit Jahren mit Gott persönlich, und sieht es als seine Aufgabe an, jeden abzuschlachten, der die Menschheit retten will.
Warum denn auch das noch? Traurig ist man sowieso nicht, wenn wieder einmal ein Crew-Mitglied stirbt. Die Motivation des vermeintlichen Gottes-Anhängers ist erst recht nicht nachvollziehbar.
Das einzige, was den Film schlussendlich noch hätte ein wenig retten können, wäre ein weiterer Misserfolg – und damit das Ende der Erde gewesen. Aber nein: Happy End (wenn auch ohne Crew, die ist nämlich tot) mit geretteter Erde.
Jawoll. Ne, lass mal!
Eine lesenswerte Kritik gibt es bei den Fünf Filmfreunden; eine deutlich positivere dagegen nebenan beim Tom. Bei dem frage ich mich allerdings gerade, ob er den gleichen Film gesehen hat wie ich?!
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Du schamloser Spoiler du
Um nur kurz auf deine Hauptargumente einzugehen:
1. Was braucht ein Film mehr an Motivation als die Aussicht, die Erde zu retten?!?
2. Die düstere Stimmung des Films ist gerade ein großes Plus aus meiner Sicht. Slapstick wäre da einfach fehl am Platz. Und Prügeleien finde ich aus cineastischer Sicht meist spannender als Friede und Eierkuchen.
3. Das Finale mit dem “Ex-Mensch” fand ich gerade aus dem Grund gut, weil es eben nichts übernatürliches an sich hatte. Irgendwelche Aliens oder ein göttlicher Eingriff wäre doch viel bescheuerter gewesen. Seine Motivation ist psychologisch durchaus nachzuvollziehen, wenn man sich die Dimension seiner Verantwortung vergegenwärtigt.
4. Das Happy End ist nur ein halbes – schließlich sterben SÄMTLICHE Hauptpersonen des Films. Hier von einem Happy End zu reden finde ich euphemistisch.
Nichts desto trotz bleiben Musik, Schauspieler und Effekte bombastisch. Aber Geschmack ist eben so eine Sache
Kurz zu deinen Punkten, das lass ich mir nicht nehmen
zu 2. Düster ist ja auch in Ordnung. Von Slapstick sprach ich nicht, aber es gibt ja noch mehr als Schwarz und Weiß.
zu 3. Der Kerl war nicht übernatürlich? Wie erklärst du dann die Darstellung?
zu 4. Schrieb ich da, die Crew ist tot
Das einzig bombastische an der Musik war der sehr rockige Titel am Ende, der nicht wirklich passte. Effekte? Eigentlich waren das doch die immer gleichen Ansichten des sich drehenden Raumschiffs. Und die Schauspieler: naja…
Also ich fand den Film auch Klasse. Gerade die Bildsprache im letzten Drittel fand ich sehr passen für das Geschehen. Es war eine gute Mischung aus Action und ruhigen Szenen. Im Übrigen fand ich die Schauspieler, allen voran Cillian Murphy, als Physiker, der die Bombe zünden muss hervorragend.
Aber das ist ja alles Geschmacksache, sprach der Affe und biss in die Seife.
*tiefe-Genugtuung-empfind*
…nachdem ich mich gestern Abend durch THE HOST quälen mußte, den jemand (ich nenne aus Freundlichkeit keine Namen) auf Anraten von jemandem (s.o.)
ausgeliehen hat, bin ich gegen 23.00 ein zweites Mal in die Videothek gefahren um irgendwie den schalen Geschmack dieser Japan-Schmonzette los zu werden und hab mir auf Toms Blog-Anraten SUNSHINE ausgeliehen.
Bilder und Farben fand ich wirklich klasse. Der Rest leider… warum nur erinnert mich der Film irgendwie an EVENT HORIZON? Dass er mich ein ganz kleines bißchen an SOLARIS erinnert, gibt ja noch Pluspunkte aber EVENT HORIZON?! Irgendwie hat man das alles schon mal wo gesehen. Und eine Bombe, in der man rumwandern kann & die man manuell auslösen muss?! Bei mir entstanden da leider keine explosiven Momente.