Service-Erlebnis Deutsche Bahn

21. Mai 2007 · 6 comments

in Aus dem Leben

Manchmal braucht man diese Momente und Erlebnisse, bei denen man feststellen kann, was das Wort “Service” tatsächlich, eigentlich und irgendwie sicherlich nicht bedeutet.

Am vergangenen Wochenende nutzte ich den Brückentag, um Tom zu seinem Geburtstag in der alten Heimat Trier zu besuchen. Trier ist, jedenfalls mit der Bahn, nur schlecht zu erreichen: Für 250 Kilometer, mit dem Auto in gut zwei Stunden zu schaffen, benötigt die Bahn von Karlsruhe aus mindestens (und ohne Verspätungen) drei Stunden 53 Minuten. Das beinhaltet, ganz nebenbei, auch zwei Mal umsteigen.

Die Hinfahrt am Freitag Mittag verlief reibungslos; die Rückfahrt gestern Abend gestaltete sich aber wieder als ein ganz besonderes Erlebnis. Mein Ticket hatte ich, wie üblich, im Internet gebucht. Dieses Mal erst sehr kurzfristig zu Beginn der vorletzten Woche. Die Verbindung hätte wie folgt ablaufen sollen:
Abfahrt in Trier:18:01 (RegionalBahn nach Saarbrücken)
Ankunft in Saarbrücken:19:27
Abfahrt in Saarbrücken:19:36 (ICE nach Neustadt/ Weinstraße)

Von Neustadt aus wäre es mit einem RegionalExpress nach Karlsruhe weitergegangen.

Wäre! Denn soweit kam ich erst gar nicht.

Da ich etwas zu früh am Trierer Bahnhof stand, sah ich noch den verspäteten RegionalExpress nach Saarbrücken einfahren, der dort gut zehn Minuten vor der RegionalBahn abfährt und etwa 20 Minuten weniger Fahrtzeit benötigt. Kurz überlegte ich, diesen Zug zu nehmen, entschied mich dann aber auf Grund der sehr langen Wartezeit in Saarbrücken dagegen. Ich Idiot!

Meine gebuchte RegionalBahn traf kurze Zeit später ein und wurde angekündigt als “Zug zum Event SaarPedal mit kostenloser Mitnahmemöglichkeit von Fahrrädern”. Dass der Zug aber ein Sonderzug war, der die eigentliche RegionalBahn nach Saarbrücken ersetzte und zudem knapp 40 Minuten länger benötigen würde, sagte am Trierer Bahnhof niemand.
Ich bemerkte nur im Zug schon am zweiten Halt, dass sehr viele Menschen mit Rädern einstiegen und das Einladen eben dieser etwas zu lange dauerte.

Als mir später bewusst wurde, dass ich meinen Anschluss ganz sicherlich nicht mehr bekommen würde, und ich endlich einen Schaffner entdeckte, sprach ich diesen auf den Anschlusszug an. Der guckte mich mehr als verwundert an und klärte mich über den Sonderzug auf. Auf meine Frage, wieso ich denn auf meinem eineinhalb Wochen zuvor gebuchten Ticket eine gänzlich andere Verbindung stehen hätte, vermittelte er mir mit purer Selbstverständlichkeit, dass ich von SaarPedal hätte wissen können und die Züge anders getaktet seien. Schließlich stünde das auch auf der Bahn-Website.

Sicher, selbst wenn man als ehemaliger Trierer von diesem Event weiß, sucht man natürlich beim Buchen eines Bahn-Tickets auch immer nach Events, die den Bahnverkehr eventuell so verändern, dass die Angaben auf dem Online-Ticket nicht mehr stimmen. Und natürlich sollte man als Bahnkunde davon ausgehen, dass zunächst einmal nichts von dem stimmt, was man an Informationen bekommt. Ich Dummkopf!

Nach einigen Diskussionen mit nun zwei Schaffnern erfuhr ich, wann der Zug in Saarbrücken ankommen würde. Der eine der beiden war schließlich noch so freundlich, mir a. die Verspätung zu bestätigen (da ich wegen Sparpreises an meinen gebuchten und nun verpassten Zug gebunden war) und mir b. eine neue Verbindung rauszusuchen.

Verspätungsergebnis: eine Stunde 6 Minuten.

Eine Beschwerde werde ich, auch wenn dann alles geklappt hat und niemand monierte, dass ich im falschen Zug sitze, dennoch an die Bahn schreiben. Es kann doch nicht sein, dass man nicht zumindest noch per Durchsage am Bahnsteig informiert wird, dass ein Sonderzug unterwegs ist und dass der eine längere Fahrtzeit benötigt.

Schlimmer jedoch finde ich, dass mir die Bahn-Website eine Verbindung rausgesucht hat, die für den gestrigen Sonntag überhaupt nicht existierte. Eineinhalb Wochen vorher — das muss doch da schon bekannt gewesen sein!

Das ist Service. Das ist die Deutsche Bahn. Schade, dass mein Eindruck nach einigen wunderbar funktionierenden Fahrten nun wieder so deutlich getrübt ist. Das heißt für kommende Buchungen: auf nichts mehr verlassen, mit allem rechnen!

Verwandte Einträge:

  1. Service-Erlebnis Deutsche Bahn, Teil 2
  2. Service-Erlebnis Deutsche Bahn, Teil 3
  3. Service-Erlebnis Deutsche Bahn, Teil 4
  4. Du sprechen Trierisch?
  5. Preis? Haben wir nicht…

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1 Tom Mai 21, 2007 um 15:01

Jetzt bloggen wir schon beide negativ zur Bahn :) .

Das ist mal wieder ein erschreckendes Beispiel für die unendliche Unfähigkeit der DB. Was soll man dazu noch sagen? Es bleibt spannend. Jedesmal.

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2 Hanfeld September 7, 2007 um 23:00

Erkunden Sie doch mal spielerisch die zu erwartenden Folgen der Bahnprivatisierung mit BAHNOPOLY:
http://www.campact.de/bahn/opoly/start

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3 Gina August 13, 2008 um 07:35

Also über die Bahn kann man sicherlich mehr negatives als positives bloggen, aber ich persönlich habe bisher ganz gute Erfahrung mit denen gemacht.

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