Vor einigen Monaten beschäftigten wir uns auch in Deutschland mit der Frage, ob es nicht zur Bekämpfung des weltweiten Terrors schlau wäre, Flug-Reisende mit Nacktscannern zu durchleuchten. Nur so sollte zu erreichen sein, dass Passagiere und Besatzung in Flugzeugen sicher seien. Nach massivem Protest verschwand die Idee Hierzulande wieder in der Schublade.
Nun ist durch den vereitelten Terroranschlag Ende letzter Woche die Diskussion erwartungsgemäß wieder aufgekommen.
Im Artikel “Meinungsumschwung bei Nacktscannern schreibt heise online:
Stand gestern noch in den Parteien eine breite Ablehnungfront zum Thema Nacktscanner, so bröckelt diese zumindest in den Regierungsparteien so langsam ab. Nach Informationen der “Rheinischen Post” sind führende Politiker von Union und FDP bereit, ihren Widerstand aufzugeben, sofern die Persönlichkeitsrechte von Flugpassagieren bei der Durchleuchtung gewahrt bleiben.
Mich interessiert ja dann doch, wie mein Persönlichkeitsrecht gewahrt bleibt, wenn ich am Flughafen auf einem Bildschirm quasi nackt zu sehen bin.
Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Günter Krings, sagte, er halte es für “durchaus möglich, die Vorkehrungen so zu treffen, dass die Intimsphäre gewahrt bleibt”.
Aha? Es ist also “durchaus möglich”, die Intimsphäre zu wahren. Aber wie?
Die Anzeige der Geräte könnte so modifiziert werden, dass der Schutz der Intimsphäre stärker berücksichtigt wird.
Okay, nun sind wir also weg von der Voraussetzung, die Intimsphäre zu wahren — sie wird nur noch “stärker berücksichtigt”, was auch immer das genau heißen mag. Aber schauen wir mal weiter, denn auf Focus Online findet sich noch ein weiteres Statement von Günter Krings:
Der Innenexperte warnte: „Es wäre fahrlässig, diese Technik zu tabuisieren“.
Sicher. Dazu fällt mir eigentlich nur noch eines ein, schön zusammengefasst in diesem Video — schließlich ist es sicherer für uns alle, zunächst davon auszugehen, das wir alle Verdächtige sind. Oder wie war das?
Du bist Terrorist from alexanderlehmann on Vimeo.
Siehe dazu auch:
- Wir sind das Netz: Nichts ist so alt wie die Meldung von gestern
- Süddeutsche Zeitung: Achtung, Achtung! In einem Klima der Angst ist jeder verdächtig. Das merkte ein marokkanischer Student, der während des Oktoberfestes inhaftiert wurde – ohne Tatverdacht
- taz.de: Elektronischer Entgeldnachweis ELENA. Big Sister weiß alles
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