Links des Tages (4)

3. Januar 2010 · 0 comments

in Medien

Guten Morgen. Die “Links des Tages” sind heute ein thematisch wenig einseitig.

Interessant, wie sich die Diskussion um den Datenschutz, die Privatsphäre und alles, was damit derzeit verbunden ist (wie die wieder aufgetauten Nacktscanner), entwickelt. Ich hoffe sehr, dass das so bleibt und eine breitere Öffentlichkeit bekommt.

Datenschutz und Nacktscanner

In Bayern hatte die CSU mal wieder eine ganz grandiose Idee. Auf der Website der Nürnberger Nachrichten heißt es dazu unter “‘Großer Bruder’ weckt Widerstand der Eltern“:

Bereits im Mai 2010 will die bayerische Staatsregierung eine zentrale Schülerdatenbank einführen und dazu das Unterrichtsgesetz ändern.

Im Gesetz soll genau und abschließend aufgelistet sein, welche Schülerdaten erhoben werden dürfen. Im Detail sind dies Name und Vornamen, der Tag der Geburt, der Geburtsort, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Geburtsland, das Jahr des Zuzugs nach Deutschland, die Religionszugehörigkeit («soweit für die Schulpraxis erforderlich»), das Jahr der Ersteinschulung, erworbene Abschlüsse sowie Adressdaten.

Herrlich. Da fangen wir jetzt also schon mit den ganz Kleinen an, die, die ihre Eltern brauchen, um sich gegen einen derartig massiven Eingriff in ihre Privatsphäre und den Missbrauch ihrer eigenen Daten schützen zu können. Erhoben werden die Daten natürlich nur zum Besten der Kinder.

Ein schöner Beitrag zum in der Öffentlichkeit viel zu wenig diskutierten SWIFT-Abkommen mit den USA findet sich bei Spiegel Online: BKA hält Bankdaten-Transfer in die USA für unsinnig. Der Bundestag hatte ja bereits im Sommer ein umfangreiches Datentransferabkommen mit den USA verabschiedet, dem folgte die Vereinbarung zur Weitergabe von SWIFT-Daten. Zwar hatten sich die Bundesländer gewehrt, der Bundesinnenminister legte im November im EU-Ministerrat jedoch kein Veto ein.

Das BKA widerspricht nun dem Bundesinnenminister und brandmarkt das SWIFT-Abkommen als zu teuer und zu aufwändig im Vergleich zum Nutzen. Auch wenn ich der Nutzen-Argumentation wenig abgewinnen kann, da ich auch dieses Abkommen als einen weiteren massiven Eingriff in meine Persönlichkeitsrechte betrachte — immerhin gibt es leisen Gegenwind aus den “eigenen Reihen”.

Und noch eins zum Thema “Nacktscanner” (die neuerdings etwas positiver und harmloser “Körperscanner” genannt werden). Auf sueddeutsche.de schreibt Heribert Prantl unter Wenn der Staat zu weit geht:

Wer fliegen will, darf kein Schamgefühl mehr haben. (…) Die Nacktscanner durchleuchten bis auf die Haut, man sieht auf den Schirmen ein Bild des nackten Körpers. Das funktioniert auf der Basis von Terahertzwellen. Die Wellenlänge ist so klein, dass es möglich ist, auch Details von einem Millimeter sichtbar zu machen, also fast alles.

Mit anderen Worten: auf dem Bildschirm des freundlich-scannenden Mitarbeiters lässt sich jedes winzige Detail des Körpers entdecken. Im Gegensatz zu dem, was unser Bundesinnenminister derzeit als Ziel propagiert.
Hübsch.

Zu den Nacktscannern sei hier auch auf die Website der Schweizer Piratenpartei verwiesen.

Alice in Wonderland

Krasser Themenwechsel, um noch etwas Farbe in diese Tristesse zu bringen. Anbei der -wenn auch schon ein paar Tage alter- zweite offizielle Trailer zu Tim Burtons “Alice in Wonderland”, der im Frühjahr ins Kino kommen wird — herrlich:

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