Das Flammkuchen-Desaster

by Stefan on 28. Juli 2010

Einmal jährlich veranstalten wir mit der Abteilung einen Event, bei dem wir uns Nachmittags aus dem Büro verabschieden und gemeinsame Aktivitäten starten. Wir waren wandern auf dem Turmberg in Durlach und haben zusammen gebowlt. In diesem Jahr starteten wir den Nachmittag mit einer Hafenrundfahrt per Boot und wollten anschließend Flammkuchen essen gehen — doch das geriet zum Desaster.

Ein Freitag Nachmittag Anfang Juli in Karlsruhe, Sonne und Wolken wechseln sich ab, die Luft wiegt schwer von Hitze und Schwüle bei Temperaturen teilweise jenseits der 35° C. Eine Gruppe von 33 Personen hat den Nachmittag auf dem Rhein, gefühlt bei einer Fahrt auf dem Mississippi, verbracht. Die Gesichter glänzen teilweise leicht errötet, die meisten haben Durst und sehnen sich danach, an einem schattigen Plätzchen etwas kühles zu trinken.

mariannes_flammkuchen_th

Werbung für Mariannes Flammkuchen - die 'besten' der Stadt

Auf Grund einer Empfehlung hatten wir uns Mariannes Flammkuchen ausgesucht, ein kleines Restaurant in Mühlburg, das sich an den Tennisplätzen des KETV-Clubhauses nahe des Kühlen Krugs versteckt. Das Angebot klang verlockend — ein Flammkuchen-All you can eat, bei dem sechs Personen jeweils 12,50 € bezahlen, der siebte nichts.

Da es mit einer Gruppe von 33 Personen (ursprünglich waren 36 geplant) nicht so ganz einfach ist, ein Restaurant oder eine Bar zu finden, in der alle Platz zum Essen und Trinken haben, hatten wir frühzeitig reserviert. Auf Nachfrage am Vorabend war uns versprochen worden, dass man uns Plätze auf der Terrasse reservieren würde.

Dennoch nahm das Desaster seinen Lauf.

Es begann damit, dass man uns keineswegs Plätze draußen, sondern im stickigen und sehr überhitzten Innenraum des Restaurants freigehalten hatte. Auf Nachfrage sagte man uns, dass man die Plätze draußen für die Tennis-Spieler freihalten müsse.

Gut. Ließe sich noch als Missverständnis auslegen.

Mariannes Flammkuchen freut sich...

Davon merkten wir leider überhaupt nichts.

Die Tische im Innenraum waren mit Plastik-Tischdecken gedeckt, so dass jedes Anfassen des Tisches zur Klebe-Orgie geriet.
Unsere Bitte, eine Gesamt-Rechnung für das Essen zu bekommen*, und jeden von uns bei den Getränken einzeln abzurechnen, wurde unhöflich mit “Das ist nicht möglich.” quittiert. Es könne nur eine Gesamtrechnung ausgestellt werden, die auch komplett beglichen werden müsse.
Angenommen, jeder von uns hätte nur drei Getränke zu sich genommen, hätten auf der Rechnung neben 33 mal “All you can eat” 99 Getränke gestanden, für die wir 33 Personen hätten selbst zusammenlegen müssen.

Okay. Damit lässt sich unter Umständen auch noch leben. Besonders dann, wenn man sehr durstig ist.

Mariannes Flammkuchen mit Platz

...allerdings nur für die Stammkundschaft vom Tennisplatz.

Bei der Getränke-Bestellung wunderte sich bereits der ein oder andere, wieso wir von einer einzigen Person bedient wurden. Es mag schlechte Vorausplanung des Restaurants gewesen sein; es ist aber schlichtweg eine Zumutung, zunächst 33 Einzelbestellungen und danach 33 Getränkelieferungen abwarten zu müssen. Allein die Vorstellung, das könnte bei der Bestellung der Flammkuchen ähnlich langsam vonstatten gehen, ließ mir kalte Schauer über den Rücken laufen.
Gleichzeitig ließ uns unsere Bedienung sehr deutlich ihre Lustlosigkeit dadurch spüren, dass sie uns unfreundlich behandelte und nur wenig Interesse für die Bedürfnisse einer so großen Gruppe zeigte.

Die Getränke kamen (irgendwann) und es ging an die Bestellung. Plötzlich drehte sich unsere Welt, denn unsere Bedienung beklagte sich erst einmal über uns. Wir hätten für 36 reserviert, nun seien wir nur mit 33 da, damit ginge das Prinzip “6 zahlen, einer isst kostenlos” nicht mehr auf, das ginge doch so nicht.

Mir blieb die Spucke weg. Da beschwert man sich ernsthaft darüber, dass wir nur mit 33, und nicht mit zwei Personen mehr gekommen sind. Unfassbar.

Mariannes Flammkuchen

Frisch war es an jenem Freitag nicht.

Das nahmen wir zum Anlass, die Getränkerechnung zu verlangen, und deutlich zu signalisieren, dass wir wenig Interesse auf eine Behandlung dieser Art haben. Die Bedienung nahm unseren Wunsch zur Kenntnis, ohne zu versuchen, uns zum Bleiben zu bewegen.
Erst dann kam eine zweite Bedienung zu uns, um die Wogen zu glätten und zu beschwichtigen. Man könne doch gern die Tische raustragen, das sei doch alles schließlich kein Problem.

Wir nahmen unsere Geldbeutel, jeder bezahlte einzeln sein Getränk und wir verabschiedeten uns zum Brauhaus Kühler Krug. Dort räumte man uns spontan und flott Tische auf der Terrasse zusammen und sorgte mit mehreren Bedienungen über den langen Abend für unser Wohlergehen. Es geht ja, nur scheinbar nicht überall.

Schade. Ich hätte wirklich gern die Flammkuchen probiert und ein weiteres Lokal gehabt, in das man hin und wieder mal zu Fuß spazieren kann.
Marianne, so wird das nichts. Ich habe allerdings auch nicht den Eindruck, dass das die Besitzer interessieren wird.

*Für jeden von uns stand ein begrenztes Budget zur Verfügung, mit dem wir Schifffahrt und Essen bezahlen konnten, jedoch nicht mehr die Getränke.

Weitere Informationen:

  • Mariannes Flammkuchen bei Qype mit, Stand heute, erstaunlich guten Kritiken
  • Brauhaus Kühler Krug auf Qype — innen kaum ertragbar, sitzt man dort aber draußen sehr angenehm
  • 4-Häfenrundfahrt auf der MS Karlsruhe

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{ 3 comments… read them below or add one }

Marky2k Juli 28, 2010 um 15:10

Das ist mir auch aufgefallen, dass die Bedienung ziemlich unfreundlich und uninteressiert ist. So wird das nichts… auch wenn die Flammkuchen dort lecker sind.

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Christian Harms Juli 29, 2010 um 15:25

Und ich wollte schon immer mal hin, aber zum Glück ist der Laden in der Mittagspause nicht offen.

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Schreiner Oktober 8, 2010 um 20:33

Hallo,

habe gerade Ihr “desaster” gelesen.

Vieleicht möchten Sie nächstes Jahr mal Flammkuchen an einem See oder in Ihrem Garten geniesen. Schauen Sie doch mal auf meine page unter http://www.rentacook-karlsruhe.de

Viele Grüße

P.Schreiner

P.S. Bei uns ist der Kunde noch König

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