Aktion Deutschland Hilft

by Stefan on 22. April 2011

Geld für Bedürftige zu spenden gehört zu den Dingen, die zumindest ich viel zu selten tun. Ich brauche immer einen Anlass, um mein Portemonnaie zu zücken und Geld zu überweisen. Wichtig ist jedoch auch immer die Frage, wer die Spende einsammelt.

Erdbeben auf Haiti 2010

Zerstörtes UN-Hauptquartier auf Haiti.
© United Nations Development Programme

Als sich auf Haiti im vergangenen Jahr das schlimme Erdbeben mit dramatischen Folgen für die Haitianer ereignete und ich die schrecklichen Bilder in den Nachrichten sah, war mir klar, dass ich auch einen bescheidenen Teil dazu beitragen möchte, für Essen und den Wiederaufbau Geld zu spenden. Weil mir damals das Bündnis Aktion Deutschland Hilft am deutlichsten im Gedächtnis haften blieb, erkundigte ich mich kurz über das Bündnis und entschied mich dann, Geld an das Bündnis zu überweisen.

Logo der ADH

Logo der Aktion Deutschland Hilft

Klar – mit Dr. Richard von Weizsäcker als Schirmherrn und einem Kuratorium mit vielen bekannten Persönlichkeiten wie u.a. Frank Walter Steinmeier und Volker Beck ist für mich Aktion Deutschland Hilft auf den ersten Blick ein klares Statement für Glaubwürdigkeit. Möglicherweise ist das naiv. Zum Thema Transparenz findet sich auf der Website von Aktion Deutschland Hilft folgendes:

Aktion Deutschland Hilft wurde erstmals am 17. Juli 2008 das DZI-Spendensiegel zuerkannt. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vergibt das Siegel nach eingehender Prüfung nur an solche Hilfsorganisationen, die im Rahmen einer sparsamen Haushaltsführung eine transparente und ordnungsgemäße Verwendung der Spenden nachweisen können.

Aktion Deutschland Hilft ist das erste und einzige Bündnis von Hilfsorganisationen, das berechtigt ist, das DZI-Siegel zu führen. Nach Prüfung des Kostenaufwandes schätzt das DZI Aktion Deutschland Hilft als besonders förderungswürdig ein.

Weiter heißt es dort:

Ein wichtiges Prinzip unserer Arbeit ist es, unsere Verwaltungskosten so gering wie möglich zu halten:

Von einem „Spenden-Euro“ werden den Mitgliedsorganisationen 94 Cent direkt für die Hilfsprojekte vor Ort zur Verfügung gestellt.

Klingt vertrauenserweckend, fand ich damals.
Nach der Spende für Haiti spendete ich erneut an das Aktion Deutschland Hilft, als Pakistan im Sommer 2010 vom Hochwasser überflutet wurde.

Seitdem bekomme ich nicht nur mindestens einmal monatlich ein Schreiben mit Spendenaufruf, neuerdings sogar auch Telefonanrufe aus einem Callcenter mit der Bitte, erneut zu spenden.

Auch wenn die Spendenaufrufe inhaltlich immer begründet sind, darum geht es mir gar nicht; mich ärgern vielmehr die Kosten, die durch die Schreiben, die Agenten, die Anrufe entstehen. Wenn ich mir überlege, dass das u.a. von meinem Spendengeld finanziert wird, erscheint mir das doch zumindest sehr zweifelhaft. Zweifel kommen mir auch auf, wenn ich mich am Telefon dazu genötigt fühle, doch jetzt schnell ein “Spende-Abonnement” abzuschließen, das mir mit vielen inhaltlich richtigen Verweisen “nahegelegt” wird.

Wohl ist mir dabei insgesamt nicht. Gibt es Bündnisse, die anders arbeiten?

Weitere Informationen:

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